Bundesverkehrsminister Bilger will LKW-Fahrern ausnahmsweise Sonntagsfahrten erlauben, damit die Güter trotzdem ankommen. Doch Spediteure und der Bundesverband Güterkraftverkehr Logistik und Entsorgung sehen das kritisch: Es gibt zu wenige Fahrer, und die gesetzlichen Lenk- und Ruhezeiten sowie fehlende Entlademöglichkeiten an Sonntagen machen die Umsetzung schwierig. Die Spedition Stephan Logistik aus Bonn hat 15 LKW und genauso viele Fahrer – und die sind schon komplett ausgelastet.
Frank Brüssel von der Spedition Stephan Logistik sagt, dass es einfach keine zusätzlichen Fahrer gibt und die geplante Regelung deshalb kaum hilft. Außerdem brauchen viele Güter, die sonst auf dem Schiff unterwegs sind – wie Erze, Mineralstoffe, Kohle oder Stahlwaren – spezielle Fahrzeuge. Die lassen sich nicht einfach auf die Straße bringen.
Experten bewerten die geplante Lockerung der Sonntagsfahrten für LKW als wenig entlastend, solange es zu wenige Fahrer gibt und logistische Probleme bestehen. Sie fordern, den Job als LKW-Fahrer attraktiver zu machen, damit man in solchen Ausnahmesituationen wie jetzt beim Niedrigwasser besser reagieren kann.
