Bei der Entgleisung und dem anschließenden Unfall der historischen Glória-Standseilbahn in Lissabon sind nach Angaben der örtlichen Behörden mindestens 17 Menschen ums Leben gekommen, 20 weitere wurden verletzt. Fünf der Verletzten befinden sich weiterhin in einem kritischen Zustand im Krankenhaus. Der Unfall ereignete sich gegen 18:05 Uhr in der Nähe der Avenida da Liberdade. Mehr als 60 Rettungskräfte und 22 Fahrzeuge wurden zum Unfallort entsandt. Bilder zeigen den umgestürzten, fast vollständig zerstörten gelben Waggon, während Menschen aus der verqualmten Straße fliehen. Offizielle Stellen erklärten, es sei noch zu früh, um die genaue Ursache des Vorfalls zu benennen. Die portugiesische Zeitung Observador berichtet, ein loses Kabel könnte dazu geführt haben, dass der Wagen die Kontrolle verlor und gegen ein nahegelegenes Gebäude prallte. Lissabons Bürgermeister Carlos Moedas bestätigte, dass die Opfer ins Krankenhaus gebracht wurden, und rief eine dreitägige Trauerzeit aus. Die Behörden bestätigten, dass sich unter den Todesopfern auch ausländische Staatsangehörige befinden. Die Standseilbahn Gloria, die 1885 eröffnet und Anfang des 20. Jahrhunderts elektrifiziert wurde, zählt zu den bekanntesten Sehenswürdigkeiten Lissabons. Pedro Bogas vom Lissabonner Straßenbahnunternehmen Carris bezeichnete es als „einen sehr traurigen Tag, nicht nur für die Opfer, sondern auch für ihre Familien.“ Der portugiesische Präsident Marcelo Rebelo de Sousa erklärte, er „bedauere zutiefst” die Todesfälle und sprach den Angehörigen sein Beileid aus.
