Nach den kürzlichen Vorfällen mit russischen Drohnen über polnischem Gebiet hat Russland erneut für Aufsehen gesorgt: Drei russische Kampfjets sind am Dienstag in den estnischen Luftraum eingedrungen.
Wie das estnische Militär mitteilte, drangen die russischen Kampfjets vom Typ Su-27 ohne Vorwarnung in den estnischen Luftraum ein und hielten sich dort für kurze Zeit auf. Estland, ein Mitglied der NATO und der Europäischen Union, berief umgehend den russischen Botschafter ein, um gegen die Verletzung des Luftraums zu protestieren.
Estland spricht von Dreistigkeit
Die estnische Regierung verurteilte den Vorfall scharf und sprach von einem Akt der Dreistigkeit. „Diese eklatante Verletzung unseres Luftraums ist inakzeptabel und zeigt einmal mehr die aggressive Haltung Russlands gegenüber seinen Nachbarn“, erklärte der estnische Außenminister Urmas Reinsalu.
EU verurteilt Provokation
Auch die Europäische Union verurteilte den Vorfall auf das Schärfste. Der EU-Außenbeauftragte Josep Borrell bezeichnete die Luftraumverletzung als eine „klare Provokation“ und forderte Russland auf, solche Aktionen zu unterlassen. „Wir werden uns von solchen Provokationen nicht einschüchtern lassen und stehen solidarisch an der Seite Estlands“, betonte Borrell.
NATO erhöht Wachsamkeit
Die NATO hat als Reaktion auf den Vorfall ihre Wachsamkeit an der Ostflanke erhöht. Die Luftraumüberwachung über den baltischen Staaten wurde verstärkt, um weitere Verletzungen des Luftraums zu verhindern.
Eskalation der Spannungen
Der Vorfall in Estland ist ein weiterer Beleg für die zunehmenden Spannungen zwischen Russland und dem Westen. Die Luftraumverletzung reiht sich ein in eine Reihe von Provokationen und militärischen Aktivitäten Russlands in der Region, die von der NATO und der EU mit Sorge beobachtet werden. Die russische Regierung hat sich bislang nicht zu dem Vorfall geäußert. Es wird erwartet, dass die russische Seite die Luftraumverletzung bestreiten oder als Missverständnis darstellen wird.
