US-Präsident Donald Trump hat Brasilien mit Zöllen in Höhe von 50% gedroht und Präsident Lula da Silva beschuldigt, eine politisch motivierte „Hexenjagd“ gegen den ehemaligen Präsidenten Jair Bolsonaro zu betreiben. Bolsonaro steht derzeit vor Gericht, weil er angeblich einen Staatsstreich geplant haben soll. In einem Brief, der auf Truth Social veröffentlicht wurde, warnte Trump, dass die Zölle in Kraft treten würden, wenn Brasilien oder dort ansässige Unternehmen ihre Produktion nicht in die USA verlagern würden. Lula reagierte entschlossen und kündigte Vergeltungsmaßnahmen im Rahmen des brasilianischen Gesetzes über die wirtschaftliche Gegenseitigkeit an und verteidigte die Souveränität des Landes. Brasilien, das im letzten Jahr ein Handelsdefizit von 6,8 Milliarden Dollar mit den USA hatte, könnte im Gegenzug Zölle auf wichtige amerikanische Exporte wie Flugzeuge, Maschinen und Treibstoff erheben, was eine Gefahr für wichtige US-Industrien darstellen würde. Dies ist die erste Zolldrohung eines anderen Landes als Reaktion auf Trumps jüngste Welle des Handelsdrucks. Brasilien ist eines von 22 Ländern, die Trump diese Woche mit Zöllen von bis zu 50 % bedroht hat. Trump hat bereits früher Zölle eingesetzt, um außenpolitische Veränderungen voranzutreiben. So drohte er Kolumbien und Mexiko, Kanada und China mit Zöllen wegen der Einwanderungs- und Fentanylproblematik. Unabhängig davon kündigte Trump auch einen Zoll von 50 % auf Kupferimporte an und begründete dies mit Risiken für die nationale Sicherheit. Die Kupferpreise stiegen nach dieser Ankündigung sprunghaft an. Die USA importieren über die Hälfte ihres Kupferbedarfs, hauptsächlich aus Chile, Kanada und Peru. Während Trump sagt, dass dieser Schritt die heimische Kupferindustrie wiederbeleben wird, warnen Analysten, dass er die Herstellungskosten in die Höhe treiben könnte, ohne die US-Produktion anzukurbeln. China, ein wichtiger Kupferveredler, kritisierte die Zölle als Missbrauch nationaler Sicherheitsinteressen.
