New York, Vereinigte Staaten – 20. Mai 2026: Vier Beluga-Wale, die im New York Aquarium der Wildlife Conservation Society gehalten werden, wurden untersucht, um zu beurteilen, wie sie auf ihr eigenes Spiegelbild reagieren und ob sie Anzeichen zeigen, die mit der Spiegel-Selbsterkennung übereinstimmen. Die Wale wurden in mehreren strukturierten Beobachtungssitzungen einem zweiseitigen Plexiglas-Spiegel sowie einer transparenten Kontrollfläche ausgesetzt. Ihr Verhalten wurde während einer Baseline-Phase, während der Spiegel-Exposition und nach der Exposition aufgezeichnet, während sie in ihrer sozialen Gruppe blieben. Zwei der vier Wale, ein subadulter Wal und seine Mutter, zeigten bei der Interaktion mit dem Spiegel wiederholt selbstbezogene Verhaltensweisen. Dazu gehörten Handlungen, die darauf ausgerichtet schienen, Körperteile zu beobachten, die sonst nur schwer zu sehen wären. Ein weiteres erwachsenes Weibchen zeigte während der Spiegeltests zudem ein Verhalten, das auf eine markierte Stelle an ihrem Körper gerichtet war, und bestand einen der im Rahmen der Studie durchgeführten Markentests. Über die Sitzungen mit Spiegel-Exposition hinweg zeigten diese Wale eine Verhaltensprogression: Früh traten soziale Handlungen und Kontingenztests auf, gefolgt von stärker selbstbezogenen Mustern wie blasenbezogenem Spiel, Körperpositionierung und wiederholten Bewegungssequenzen nahe der reflektierenden Oberfläche. Fortschreitende Reaktionen an der Spiegeloberfläche Auch ein Verharren war auffällig: Wale positionierten sich über längere Zeiträume vor dem Spiegel und nutzten dabei unterschiedliche Körper- und Augenorientierungen. Ein Wal zeigte bei diesen Interaktionen eine deutliche Präferenz für binokulares Sehen und das Betrachten mit dem rechten Auge. Die Markentests umfassten das Auftragen temporärer, ungiftiger Markierungen auf Bereiche der Wal-Körper, die ohne Spiegel nicht sichtbar sind. In einem erfolgreichen Fall richtete ein Wal die markierte Stelle wiederholt zum Spiegel aus und verbrachte im markierten Zustand im Vergleich zum unmarkierten Zustand deutlich mehr Zeit in seiner Nähe. Ein anderer Wal bestand die Markentests nicht durchgängig, wurde jedoch dabei beobachtet, wie er sich zu dem Bereich orientierte, an dem eine Markierung angebracht worden war, selbst wenn die Markierung nicht sichtbar war. Kontrollsitzungen und Einordnung der Beobachtungen Kontrollsitzungen mit einer halbre flektierenden Oberfläche zeigten weniger selbstbezogene Verhaltensweisen; die meisten Interaktionen beschränkten sich auf das Verharren oder auf unklare Verhaltensreaktionen. Die Forschenden stellten fest, dass mehrere Verhaltensweisen, darunter Blasenproduktion, Kopfbewegungen und physischer Kontakt mit der Oberfläche, schwer zu klassifizieren waren, weil ihre Funktion nicht immer eindeutig war. Insgesamt entsprachen die während der Spiegel-Exposition beobachteten Verhaltensmuster Reaktionen, die zuvor bei anderen Arten mit Spiegel-Selbsterkennung in Verbindung gebracht wurden.
