Der Oberste Gerichtshof hat das in Tennessee geltende Verbot geschlechtsangleichender Behandlungen für Minderjährige bestätigt und damit den Transgender-Rechten in den USA einen schweren Schlag versetzt. In einer 6:3-Entscheidung entschied die konservative Mehrheit des Gerichts, dass das Gesetz nicht gegen die Gleichheitsklausel des 14ten Verfassungszusatzes verstößt. Der Oberste Richter John Roberts schrieb, dass solche Entscheidungen „dem Volk, seinen gewählten Vertretern und dem demokratischen Prozess“ überlassen werden sollten. Die Regierung Biden und die betroffenen Familien argumentierten, das Gesetz sei diskriminierend, da es Hormonbehandlungen für bestimmte Krankheiten, nicht aber für Geschlechtsdysphorie zulasse. Tennessee verteidigte das Gesetz mit dem Hinweis auf die potenziellen Risiken von Pubertätsblockern und Hormonbehandlungen für Transgender-Jugendliche. Das Urteil folgt einem allgemeinen Trend: In fast der Hälfte der US-Bundesstaaten ist der Zugang zu geschlechtsangleichenden Behandlungen für Minderjährige inzwischen eingeschränkt. Medizinische Organisationen befürworten eine solche Behandlung weitgehend, aber einige konservative Richter verwiesen zur Rechtfertigung auf die zunehmenden Beschränkungen in Europa. Der Fall US v. Skrmetti ist der erste seiner Art, der das höchste Gericht der USA erreicht hat.
