Fünf europäische Staaten, darunter Großbritannien, Frankreich und Deutschland, haben Russland beschuldigt, den Kremlkritiker Alexei Nawalny mit Gift des Pfeilgiftfrosches getötet zu haben. Die Länder behaupten, Nawalny sei vor zwei Jahren in einer arktischen Strafkolonie vergiftet worden – eine Behauptung, die Moskau als Propaganda zurückweist. Laut dem britischen Außenministerium wurden in Proben von Nawalnys Leiche Spuren von Epibatidin, Gift von Pfeilgiftfröschen, nachgewiesen. Dies deutet darauf hin, dass es wahrscheinlich die Todesursache war. Dieses Gift soll 200-mal stärker als Morphin sein und wurde erstmals aus Pfeilgiftfröschen der Gattung Epipedobates aus Südamerika gewonnen, die in Russland nicht natürlich vorkommen. Epibatidin wurde als Schmerzmittel und zur Behandlung von Lungenerkrankungen wie Asthma und Lungenfibrose untersucht. Aufgrund seiner Toxizität wird es jedoch nicht klinisch eingesetzt. Die Toxikologin Jill Johnson erklärt, dass das Gift, das auch synthetisch hergestellt werden kann, durch die Blockierung nikotinischer Rezeptoren im Nervensystem wirkt und so die Nervenaktivität hemmt. Eine Überstimulation dieser Rezeptoren kann zu Muskelzuckungen, Lähmungen, Krampfanfällen, verlangsamtem Herzschlag, Atemstillstand und, bei korrekter Dosierung, zum Tod führen. Nawalny, der russische Oppositionsführer, der im Alter von 47 Jahren starb, wurde nach einer Verurteilung wegen Extremismus und anderer Anklagepunkte, die er bestritt, inhaftiert. Russische Behörden behaupteten, er sei nach einem Spaziergang erkrankt und eines natürlichen Todes gestorben, obwohl europäische Labore bestätigten, dass Nawalny an dem unbekannten Gift gestorben war.
