Wäsche trocknen mit preisgekröntem Design

Rund 700 Studierende der Fachrichtungen Architektur und Design aus 46 Ländern hatten für den International Design Award ihre Arbeiten eingereicht. Zu den fünf Ausgezeichneten gehört Franziska Wagner vom Fachbereich Design der Fachhochschule Münster. Ihr Wäschetrockner überzeugte die fünfköpfige internationale Jury. Nun nahm die Bachelorstudentin den Preis entgegen.
Mit ihrem Entwurf spricht Wagner eine Zielgruppe an, die ihre Räumlichkeiten platzsparend gestalten muss. Der Wäschetrockner ist gleichzeitig ein schlichtes weißes Wandregal mit verdeckten Beschlägen. Zieht man die Frontlade aus, kann die Wäsche an den Sprossen unterhalb der Lade trocknen. Ebenso einfach wie genial – so muss es auch die Jury gesehen haben. Jurorin Natalya Maltseva: „Ein Regalbrett, das kinderleicht zu einem Wäscheständer transformiert wird, ist eine sehr einfache und handhabbare Produktidee insbesondere für kleine Räume. Heutzutage müssen viele Menschen mit sehr wenig Wohnraum zurechtkommen, das ist ein weltweites Problem. ‚Let it dry‘ ist ein Gegenstand, der keinen Platz verstellt und gleichzeitig sehr funktional ist.“
Die Idee sei im Kurs „Einführung in die Projektarbeit“ bei Prof. Torsten Wittenberg entstanden, berichtete die Ausgezeichnete bei der Preisverleihung. „Meine Recherchen hatten ergeben, dass ein Wäschetrockner unverhältnismäßig viel Platz beansprucht“, so Wagner. Ihre selbstgebaute Alternative dagegen erfüllt die Funktion eines Regals – und ganz nebenbei die des Wäschetrockners. Im nächsten Jahr will Wagner ihr Studium abschließen und, wen wundert’s, als Produktdesignerin arbeiten.

International Design Award

In diesem Jahr wurde der International Design Award zum neunten Mal verliehen. 2013 lautete das ausgeschriebene Thema „Beyond the edge“. Am 7. und 8. März 2013 kürte die international besetzte Jury (bestehend aus Michel Dallaire aus Kanada, Andreas Enslin aus Deutschland, Ivens Fontoura aus Brasilien, Liming Shen aus China und Natalya Maltseva aus Russland) fünf Gewinner. Neben Franziska Wagner haben Arbeiten aus Belgien, Russland und Korea gewonnen. Initiiert wurde der Award durch die beiden veranstaltenden Firmen Hettich und REHAU. Sie organisieren in den jeweiligen Hochschulländern nun die Preisverleihungen, bei denen die Gewinner neben einer Skulptur auch eine Auszeichnung von 2.000 Euro erhalten.

Fachbereich Design

Die Ausbildung am Fachbereich Design der Fachhochschule Münster schließt das gesamte Designspektrum durch die vier angebotenen Schwerpunkte Kommunikationsdesign, Illustration, Mediendesign und Produktdesign ein. Sie bietet den Studierenden ein ungewöhnlich offenes Feld für experimentelle Gestaltungen und zielbezogene Denkansätze, die optimal für den beruflichen Alltag vorbereiten. Neben dem Bachelorstudiengang Design bietet der Fachbereich den Masterstudiengang „Design – Information und Kommunikation“ an.

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