Der Asteroid 2024 YR4, der vor kurzem als der Asteroid mit dem höchsten bisher entdeckten Risiko identifiziert wurde, hat eine kleine, aber beachtliche Chance, im Dezember 2032 mit der Erde zusammenzustoßen Die NASA schätzte die Einschlagswahrscheinlichkeit zunächst auf 3,1 %, während die Europäische Weltraumorganisation (ESA) 2,8 % errechnete. Aktualisierte NASA-Daten korrigierten das Risiko später auf 1,5 %, wobei die Astronomen mit weiteren Anpassungen rechnen, sobald sich die Beobachtungen verbessern. Mit einer Breite von 40 bis 90 Meter rangiert 2024 YR4 auf der Torino Impact Hazard Scale auf Platz 3, was eine Chance auf lokale Schäden bedeutet. In Anlehnung an die italienischen Ursprünge der Torino-Skala verglich der MIT-Planetenforscher Richard Binzel die Ungewissheit über die künftige Bahn des Asteroiden mit einer langen Fettuccine-Nudel, die sich um die Erde zieht. „Die Erde liegt zufällig unter dieser Nudel, und der Teil, den die Erde einnimmt, ist die Wahrscheinlichkeit eines Einschlags… Mehr Daten über den Asteroiden lassen die Nudel schrumpfen. Wenn die Nudel schrumpft, aber immer noch die Erde einschließt, kann dies die berechnete Wahrscheinlichkeit erhöhen. Schließlich werden wir die Position des Asteroiden auf die eines einzelnen Korns eingrenzen“, so Binzel. Im Vergleich dazu hatte der größere Asteroid Apophis einst eine Risikostufe von 4, bevor er als Bedrohung ausgeschlossen wurde. Experten gehen davon aus, dass die fortgesetzte Beobachtung das Risiko von 2024 YR4 wahrscheinlich auf Null senken wird. Astronomen beobachten seine Umlaufbahn mit Teleskopen auf der ganzen Welt, wobei das James-Webb-Weltraumteleskop im März seinen Beitrag leisten wird. Der Asteroid wird bis April sichtbar bleiben und im Jahr 2028 für weitere Beobachtungen wieder auftauchen. Die Wissenschaftler rechnen zwar mit einem Beinahe-Zusammenstoß, betonen aber, dass die Vorhersagen durch ständige Überwachung verfeinert werden können.
