Was die UEFA an einer Europameisterschaft umsetzt

Was die UEFA an einer Europameisterschaft umsetzt

Die nunmehr 15. Endrunde der Fußball-Europameisterschaft befindet sich in ihren letzten Zügen. Gesucht werden aktuell nur noch die Halbfinalisten und natürlich der Sieger des Turniers. Bislang gab es schon einige Überraschungen, so musste der Titelverteidiger Spanien die Meisterschaft bereits vorzeitig verlassen und schied im Achtelfinale gegen Italien aus. Auch ist die EM in Frankreich eine Europameisterschaft der Debütanten und kleinen Nationen. So hätte es vermutlich kaum ein Experte für möglich gehalten, dass kleine Nationen wie Wales oder Island immer noch dabei sind und schon mehr erreicht haben, als man sich selber vorgestellt und zugetraut hat. Diese EM steht aber auch finanziell betrachtet unter anderen Vorzeichen, als die Turniere zuvor. So kann mit Recht davon ausgegangen werden, dass der europäische Fußballverband, die UEFA an diesem Turnier weitaus mehr verdienen wird, als in der Vergangenheit. Auf der anderen Seite sind jedoch auch die Ausgaben zu sehen, die ebenfalls angestiegen sind. Grund für die höheren Ausgaben ist die latente Terrorgefahr, die zwar überall in Europa vorherrscht, in Frankreich, dem Gastgeberland jedoch in einem besonders hohen Maße. Nicht nur die Zuschauer in den Stadien müssen geschützt werden, die Sicherheit muss auch auf den über 90 Fanmeilen im ganzen Land gewährleistet werden. Des Weiteren sind die Sicherheitsvorkehrungen auch in den Unterkünften der teilnehmenden Mannschaften deutlich höher, als etwa noch beim letzten Turnier, was 2012 in Polen und der Ukraine stattfand.

Was die UEFA an einer Europameisterschaft umsetzt

Woraus die UEFA bei der EM ihre Einnahmen bezieht

Dennoch darf auf keinen Fall davon ausgegangen werden, dass sich die UEFA bei der Ausrichtung der Europameisterschaft 2016 in Frankreich finanziell übernimmt oder gar ein Minusgeschäft erzielt. Die Einnahmen dürften sich vielmehr in Milliardenhöhe bewegen, weshalb ein derartig großes Turnier auch immer unter einem gewissen wirtschaftlichen Faktor zu betrachten ist. Die vielen hohen Einnahmen kommen dabei durch verschiedene Aspekte zustande. So verdient die UEFA einerseits an den Eintrittspreisen, die nicht gerade happig sind. Auch verschiedene Werbemaßnahmen bringen dem europäischen Fußballverband ein kleines Vermögen ein. Vorteilhaft für die UEFA ist zudem die Zusammenarbeit mit insgesamt 16 Sponsoren, die ebenfalls zum Gewinn beitragen. Darunter befinden sich 10 namhafte Unternehmen, wie etwa Adidas, Coca-Cola oder Mac Donalds. Dazu kommen sechs regionale Sponsoren, Unternehmen, die alle im Gastgeberlandland Frankreich ansässig sind. Natürlich hat auch der veränderte Spielmodus dazu beigetragen, dass deutlich mehr Zuschauer in die Stadien kommen oder an Public Viewings teilnehmen. Da es in diesem Jahr insgesamt 51 Spiele gibt und somit deutlich mehr als bei der vorigen EM, werden auch höhere Gelder durch die Übertragungen in Fernsehen und Rundfunk in den einzelnen Ländern ausgeschüttet. Dazu profitiert der Fußballfan von einem breiten Online-Angebot, was sowohl diverse Livestreams offeriert, aber auch stets aktuelle Ergebnisse und den Spielplan der EM für den Fußballinteressierten bereithält.

Warum sich die EM auch für die Wirtschaft lohnt

Nicht nur die UEFA selbst setzt mit der Austragung der Europameisterschaft 2016 in Frankreich mehrere Milliarden Euro um. Auch die französische Wirtschaft profitiert enorm vom Stattfinden der Endrunde. So erhalten französische Unternehmen aus allen erdenklichen Branchen die Möglichkeit, sich während der EM, die vom 10.06. bis zum 10.07. in 10 französischen Städten ausgetragen wird, einer breiten Öffentlichkeit zu präsentieren und neue Wege zu erschließen. Das französische Zentrum für Sportwirtschaft hat errechnet, dass die Unternehmen in der Wirtschaft einen Umsatz von mehr als 1,2 Milliarden Euro generieren werden. Einen großen Teil zu diesem Gewinn tragen natürlich die Fußballfans selbst bei. So wurde unter anderem errechnet, dass die Zuschauer in den Stadien und in den Fan-Zonen etwa 800 Millionen Euro zum Gewinn beitragen. 200 Millionen Euro davon werden allein beim Besuch der Fanmeilen im ganzen Land investiert, wovon wiederum die UEFA selbst und die französische Wirtschaft profitieren. Französische Unternehmen sehen sich dank der EM im eigenen Land auch in der Lage, neue Kunden zu generieren und dadurch das eigene Auftragsvolumen zu vergrößern. Schätzungen gehen davon aus, dass dadurch Gewinne in Höhe von etwa 400 Millionen Euro erzielt werden könnten. Natürlich würde der UEFA und der Wirtschaft nicht so viel Geld in die Kassen fließen, wenn das Ereignis selbst nicht so beliebt wäre. An sich sollten der Sport und das Erlebnis Fußball-EM an erster Stelle stehen. Für die Fans ist das sicher auch so, obgleich auch für sie der wirtschaftliche Faktor ein immer größer werdendes Problem darstellt. Die EM 2016 ist und bleibt ein Milliardengeschäft. Das wird schon daran deutlich, dass insgesamt 150 Millionen Fernsehzuschauer die Spiele in der ganzen Welt verfolgen werden. In Frankreich selbst tummeln sich während der 31 Turniertage etwa 2,5 Millionen begeisterte Fußballfans, wovon geschätzte 1,5 Millionen Besucher aus dem Ausland anreisen und somit die französische Wirtschaft und die Tourismusbranche finanziell bereichern.

Höher, schneller, weiter, könnte das Motto lauten. Betrachtet man diese Zahlen, drängt sich einem das Gefühl auf, dass es sich bei der Fußballeuropameisterschaft um ein wirtschaftliches Ereignis handelt und nicht um eine Sportart, die Menschen zusammenbringen kann. Es bleibt abzuwarten, in welche Schwindel erregenden Höhen die Gewinne der hiesigen Fußballverbände in Zukunft noch schnellen werden.

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