DeutschlandNewsSalzgitterSchlagzeilen - aktuelle WirtschaftsnachrichtenUnternehmen - aktuelle Wirtschaftsnachrichten zu Firmen

Bei Salzgitter geht die Angst um

StahlbearbeitungSalzgitter – 1000 Arbeitsplätze wackeln beim Chemie-Konzern Evonik, ebenfall 1000 bei Lanxess. Bis 2015 sollen SGL Carbon 150 Millionen Euro eingespart werden, teilweise über Personalreduzierung. Der Baukonzern Bilfinger wird 1250 Stellen abbauen und Bayer bis zu 700. Jetzt reiht sich erneut die Salzgitter AG in die Liste ein. Der Vorjahresumsatz mit 10,5 Millionen Euro bedeutete ein Minus von 100 Millionen Euro. Auch für 2013 sehen die Prognosen nicht besser aus. Im ersten Halbjahr ergab sich ein Verlust von 315 Millionen Euro. Von Umstrukturierungen und Einsparungen ist die Rede, und von einem Stellenabbau in der Größenordnung von 1.500.

Gewerkschaft wehrt sich

Hans Jürgen Urban, Vertreter der Gewerkschaft im Aufsichtsrat, wehrt sich gegen die vom Vorstand genannte Zahl: „Es gibt keine absehbare oder gar vereinbarte Zahl – das ist uns wichtig“, betonte er. Im Zukunftsvertrag habe man Instrumente für die Restrukturierung vereinbart. „Diese reichen von Altersteilzeit, der Förderung des internen Arbeitsmarktes über mögliche Aufhebungsverträge bis hin zu Vereinbarungen zu betrieblichen Qualifikationsmaßnahmen. Welche Auswirkungen der Umbau auf die Personalentwicklung hat, wird dann gemeinsam festzustellen sein. Die entscheidenden Schritte werden im Jahr 2014 stattfinden.“ Er hofft, dass bei der nächsten Aufsichtsratssitzung am 27. September 2013 ein Umstrukturierungskonzept vorgestellt werde. Für ihn zeige sich die Krise bewältigbar, denn die Salzgitter AG habe genügend Potenzial, verfüge über ausreichend Liquidität und eine große Eigenkapitalquote.

Belegschaft verunsichert

Für ihn sei ein konkretes Umstrukturierungskonzept besonders wichtig. Die Belegschaft sei verunsichert und die Angst gehe in den Werkshallen um. „Es ist die Aufgabe des Vorstands, jetzt mit einer klaren Botschaft der Belegschaft aufzuzeigen, wie Salzgitter aus der schwierigen Situation herauskommen könne. Gegen eine, wie bereits öfters andiskutierte, engere Kooperation mit Thyssen Krupp lehnt er ab. Für ihn sei eine derartige Kooperation keine Perspektive, meint er. „Ich sehe nicht, wie durch die Kooperation oder gar Fusion die Bewältigung der anstehenden strukturellen Probleme innerhalb des Konzerns besser gelingen könnte.“ Als Vertreter der Arbeitnehmer unterstütze er die Eigenständigkeit des Unternehmens. Ob Fusion, Kooperation oder Eigenständigkeit, die Stahlbranche kommt seit fünf Jahren aus der Krise nicht heraus. Und eine Erholung ist nicht in Sicht, im Gegenteil. In Deutschland ging die produzierte Menge an Stahl allein im Juli 2013 um 5,4 Prozent zurück, ein Minus, das noch größer ist, als in den vorangegangenen Monaten. Selbst der Weltmarktführer ArcelorMittal musste seine erwarteten Zahlen nach unten schrauben. Obwohl noch in der Gewinnzone, wird auch Thyssen Krupp durch hohe Verluste durchgebeutelt. Die Stahlriesen kämpfen um ihr Überleben.

Foto: © guru_1234

Ähnliche Artikel

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Schaltfläche "Zurück zum Anfang"