Genf antwortet der Konkurrenz

Genf antwortet der Konkurrenz

Genf antwortet der KonkurrenzGenf- Das internationale Genf bekommt seit einigen Jahren Konkurrenz von anderen Städten, allen voran Montreal, Den Haag, Bonn, Wien, Budapest, Abu Dhabi, Manila und Kopenhagen. Innerhalb der letzten fünf Jahre wurden aus Genf 21 Standorte in andere Städte verlagert. Im gleichen Zeitraum konnten 18 Zuzüge verzeichnet werden. Die häufigsten Gründe für den Wegzug waren in der Kostenreduzierung zu suchen. In Genf leben derzeit 4.200 Diplomaten und internationale Funktionäre sowie 2400 Mitarbeiter von NGO’s. In der internationalen Metropole sind die Hauptquartiere von 32 internationalen Organisationen beheimatet, darunter die Weltgesundheitsorganisation, Welthandelsorganisation und das internationale Komitee des Roten Kreuzes. Jährlich besuchen 200.000 Delegierte und Fachleute die Stadt. Die Einnahmen des Kantons durch das internationale Genf betragen mehr als 3 Milliarden Franken jährlich.

Intellektuell in die Zukunft

Politwissenschaftler Daniel Warner präsentierte jüngst das Strategiedokument „Das internationale Genf und die Zukunft“. Für ihn steht fest, dass eine entsprechende intellektuelle Entwicklung für die Zukunft von Genf entscheidend sei. Es sei wichtig, die intellektuellen Stärken der Stadt zu fördern, wie er erklärt, damit meine er den Aufbau von Bildungs- und Analysekapazitäten sowie die Förderung von Infrastrukturprojekten. Und er führt weiter aus: „Damit das internationale Genf weiter floriert, braucht es die Renovierung von Gebäuden zur Unterbringung internationaler Organisationen … andere Städte versuchen und werden versuchen, Organisationen mit verführerischen Angeboten zum Wegzug aus Genf zu bewegen. Es besteht eine reale Konkurrenz. Die hohen Lebenskosten in der Schweiz, der starke Franken sowie verbesserte Telekommunikation haben Genf weniger wettbewerbsfähig gemacht.“ Doch der erste Schritt in die Zukunft wurde bereits gesetzt, mit dem Maison de la Paix.

Das Maison de la Paix

Am 26. September werden die ersten beiden Flügel des neuen Campus des Genfer Hochschulinstituts für internationale Beziehungen und Entwicklung eröffnet. Die Baukosten des modernen Gebäudekomplexes belaufen sich auf rund 200 Millionen Franken. In Betrieb werden zunächst drei Teile des in Blütenform angeordneten Baus genommen. Sie beherbergen das Zentrum für die demokratische Kontrolle der Streitkräfte, das Genfer Zentrum für Sicherheitspolitik und das Zentrum für humanitäre Minenräumung. Die restlichen Blütenblätter werden bis Mitte 2014 fertiggestellt werden. Weitere Organisationen, deren Tätigkeit im Zeichen von Frieden, Entwicklung und Sicherheit steht, werden sich hier niederlassen. Auch können die Studierenden, die bislang über Institute in der ganzen Stadt verteilt waren, an einem Ort zusammengefasst werden. Den Kern des Gebäudes bildet die Aula mit 600 Sitzplätzen, 15 Vorlesungssälen und 10 Seminar- und Unterrichtsräumen. Eine Bibliothek, die sich über zwei Stockwerke erstreckt, besitzt eine Fläche von 4.500 m².

Foto: © Mattox

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