Start > News > Maut: Frächter contra Asfinag
Asfinaz Wipptal

Maut: Frächter contra Asfinag

Asfinaz WipptalWien - Die LKW-Maut in Österreich hängt sowohl von der Achsenzahl, der gefahrenen Kilometer, von Uhrzeit und Ort als auch von der Emissionsklasse ab. Seit auch die Emissionsklassen berücksichtigt werden, hat sich die Zahl der ausstoßstarken LKW auf Österreichs Straßen massiv gesenkt. Bereits jeder dritte LKW fällt heute in die besonders schadstoffarmen Klassen EEV und Euro-6. Die Zahl der Lastkraftwagen der Klassen Euro 0 bis Euro 3, die sogenannten Schadstoffschleuderer, ist von 60 auf 25 Prozent gesunken. Nun sollen, so die Asfinag auch die schadstoffarmen Klassen wieder verstärkt zur Kassa gebeten werden. Die Maut für Euro-6.Lastkraftwagen soll inklusive Inflationsanpassung von 31,29 Cent pro Klometer auf 34,02 Cent gehoben werden.

Für WKO ist Maut zu hoch

Bereits nachdem im Frühjahr die Asfinag die Zahlen über das vergangene Geschäftsjahr veröffentlicht hatte, meldete sich die Wirtschaftskammer zu Wort. Der Obmann der Bundessparte Transport und Verkehr, Alexander Klacska, fand, dass die Maut durchwegs zu hoch angesetzt sei. „Angesichts dieser Überschüsse über weitere Maut-Erhöhungen unter dem Stichwort Ökologisierung nachzudenken, wird von uns abgelehnt. Wir fordern Kostenneutralität und eine Ende des Schröpfens ein“, sagte Klacska. Die hohen Überschüsse würden deutlich zeigen, dass die LKW-Maut nicht kostenneutral angesetzt ist, sondern zu einer Verteuerung des Wirtschaftsstandorts Österreich führe, die alle bezahlen müssten. 2012 betrugen die Einnahmen aus der LKW-Maut 1,103 Milliarden Euro, ein Plus von 3,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr , obwohl sich die Fahrleistung der LKW reduziert hatte. Jetzt protestiert Klacska erneut. Er spricht sich gegen die Mauterhöhung aus und meint, es seien ohnehin bereits bis zu 35 Millionen Euro zu viel an LKW-Maut bezahlt worden und droht den Gang zum Europäischen Gerichtshof an.

Gesamteinnahmen stabil halten

Laut Asfinag sei es notwendig, die Gesamteinnahmen stabil zu halten. Da kaum mehr schadstoffstarke LKW auf Österreichs Straßen zu finden seien, müssten eben auch die modernen LKW mehr bezahlen. Klacska und Österreichs Frächter fordern jedoch einen Mautstopp. Für sie sei die Zahl der alten, emissionsstarken LKW zu nieder angenommen. Auch würde sich beinahe monatlich die Berechnung der Kilometerleistung für die verschiedenen LKW-Klassen ändern. Dahinter stehe eine reine politische Motivation, heißt es. Je höher die Maut, desto höher sei der Staatsanteil. Auch sei nicht einzusehen, dass die   Mauteinnahmen von 2009 bis 2012 um 0,2 Milliarden Euro gestiegen seien, während das Bauprogramm samt Straßenerhaltung um 0,4 Milliarden Euro zurückgeschraubt worden sei. Die Differenz fließe in die Staatskassa. Wofür das Geld verwendet werde, sei unklar. Asfinag-Vorstand Klaus Schierhackl erklärt dazu, dass die Anpassung der Tarife unabdingbar sei, um einer einkommensneutralen Ökologisierung nachzukommen:„Ein Viertel der Fahrleistung von Lkw mit ökologisch schlechter Ausstattung müssen die restlichen drei Viertel der Fahrzeuge mit umweltschonender Technologie finanzieren.“ Foto: © Asfinag

Hier nachlesen ...

Luisa Neubauer ruft zur Wahl von Esken und Walter-Borjans auf

Die Klimaschutzaktivistin Luisa Neubauer hat die SPD-Mitglieder aufgefordert, bei ihrer Abstimmung über den Parteivorsitz die …

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.