Geldanlage 2022/23 – schwaches Börsenjahr, aber Boom in der Glücksspielbranche

Es ist nicht verwunderlich, dass die deutschen Anleger*innen mit der Jahresbilanz 2022 eher unzufrieden sind, da das Börsenjahr eher schwach war. Aber für die meisten kommt es nicht infrage, ein höheres Risiko einzugehen, um eine bessere Rendite zu erhalten. Viele sind der Ansicht, dass es sich bei der Börse um ein Glücksspiel handelt und es wahrscheinlicher ist, im Casino mehr Gewinne zu verzeichnen als an der Börse.

Die Börse ist ein Glücksspiel

Bei der Börse handelt es sich um Glücksspiel und bei diesem ist es nicht möglich zu gewinnen. Das ist die Meinung von einem Großteil der Menschen, die bislang noch nie etwas mit der Börse zu tun hatten. Doch diese Aussage ist weit entfernt von der Realität. Es ist wie bei vielen anderen im Leben: Ohne Wissen, Hingabe und Erfahrung ist es nicht möglich, erfolgreich zu sein. Schließlich kann niemand auf das Beste hoffen, wenn er gerade seinen Führerschein erhalten hat und sich in einem 800 PS-Sportwagen setzt. Aber genau hier ist der Fehler vieler Menschen: An der Börse sowie beim Glücksspiel.

Niemand ist in der Lage, den Kursverlauf einer Aktie vorherzusagen, ebenso wie beim Glücksspiel. Kein Spieler kann einen Spielautomaten beeinflussen, die Karte vorhersagen, die beim Blackjack als Nächstes ausgegeben wird, oder die Zahl, auf welche die Kugel im Roulettekessel fällt. Doch beides, Börse sowie Glücksspiel bieten die Möglichkeiten, einen maximalen Verlust festzulegen und somit das eigene Risiko zu managen.

Zweistellige Kursverluste bei Anleihen & Aktien

Im vergangenen Jahr war die hohe Inflation ein dominierendes Thema für die Verbraucher*innen. Es begann mit einem knappen Güterangebot, das auf eine hohe Nachfrage traf. Hinzu kamen der Krieg und die verhängten Sanktionen, was zu einer Knappheit auf den Rohstoffmärkten führte mit der Folge, dass die Preise für Energie und Nahrungsmittel stiegen. Die Preissteigerungen waren in Deutschland an vielen Stellen deutlich spürbar und waren so stark wie zum Zeitpunkt der Gründung der Bundesrepublik. Satte 7,9% betrug im Jahr 2022 die Inflation.

Die Notenbanken legten ihren Fokus angesichts der hohen Inflation zunehmend auf die Bekämpfung der Inflation. Dies zog deutliche Zinserhöhungen mit sich und somit eine Abkehr der Nullzinspolitik. Ende 2022 lag der Leitzins der EZB bei 2,5 Prozent, während es in den USA 4,5 Prozent waren. An den Aktien- und Rentenmärkten war diese Entwicklung im gesamten Jahr eine große Belastung.

So lag die Wertentwicklung der Anlageklassen im Jahr 2022 zwischen -20,6 Prozent und +12,1 Prozent. Dagegen blieben die Auszahlungsquoten der Online Spielbanken gleich mit einem RTP-Wert zwischen 94 und 96 Prozent. Aber nicht nur beim direkten Glücksspiel kann profitiert werden, denn das Geschäft mit „der Sünde“ boomt. Denn mit dem Glücksspiel lässt sich sogar an der Börse gewinnen!

Glücksspiel Aktien – die Renditen 2022 überraschten

Fassen wir zusammen: Für die Investor*innen war das Jahr 2022 voller unangenehmer Überraschungen. Der Krieg in der Ukraine erschütterte die Märkte und rund um den Globus gingen die Aktienmärkte in den Keller. So war es wenig überraschend, dass die Aktienmärkte mit einer negativen Performance abschlossen. Anleger*innen die ETFs auf den MSCI World hielten, mussten eine Negativrendite von 18 Prozent hinnehmen. Anders verhielt sich das Bild bei den Einzelaktien: Tesla war eine der meistgehandelten Aktien des Jahres und eilte in den Vorjahren von Rekord zu Rekord und verlor 2022 mehr als 60% des Unternehmenswertes. Noch schlechter war es bei den Kryptowährungen. Der Bitcoin verzeichnete eine Negativrendite von -64%.

Somit werden sich viele Anleger*innen ärgern und denken, warum sie ihr Geld nicht direkt im Casino riskiert haben, um eine höhere Gewinnchance zu haben, anstatt solche Abschläge im Jahr zu erleben. Und tatsächlich: Eine Untersuchung mit dem Titel „Geldanlage im Rückblick: Glücksspiel lohnte sich 2022 mehr als Aktien“ kam zu einem überraschenden Ergebnis: Im vergangenen Jahr wiesen bestimmte Online-Slots einen mathematisch höheren Return auf als die klassischen Anlageformen.

Glücksspiel an der Börse …

Ein jeder wünscht sich ein wenig Glück und setzt dabei auf das Spiel. Schon immer hatte das Glücksspiel eine gewisse Anziehungskraft auf die Menschen. Sei es Sportwetten, im klassischen Casino, in den virtuellen Casinos oder einfach unter Freunden, wo auf ein bestimmtes Ereignis gewettet wird. Glücksspiel ist immer ein wenig gegenwärtig.

Die Bruttospielerträge lagen laut Statista in 2021 bei 364 Milliarden US-Dollar und das bedeutet, dass täglich rund ein Milliarde Euro an den Slots, Tischspielen, Lottostellen und PCs von den Spieler*innen verloren wurden und niemals zurückgewonnen werden können. Allein in Deutschland wurden 5,3 Milliarden Euro aus dem Lotterie-, Wett- und Casinogeschäft eingenommen. Davon erhält der Staat zum einen Steuern und zum anderen Lizenzgebühren. Hinzu kommen die recht einträglichen Lotterie-Einnahmen.

Durch den Glücksspielstaatsvertrag, der am 01. Juli 2021 in Deutschland in Kraft trat, wurden die Casinos und Sportwetten legal, die sich zuvor in einer rechtlichen Grauzone bewegten. Damit können die Spieler*innen in Deutschland legal online spielen und eben die Hoffnung auf ein besseres Leben durch einen hohen Gewinn heben. Wer dagegen seinem Glück nicht vertraut oder lieber auf „das Haus setzt“, der hat sogar bessere Karten. Denn wer in das Glückspiel in Form von Aktien investiert, der profitiert von dem mathematischen Vorteil der Bank. Denn es darf nie vergessen werden, dass hier das Glück im Spiel ist und die Bank durch den rechnerischen Vorteil am Ende immer gewinnt.

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