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Flugverkehr

Luftfahrtbranche: Airlines verdienen am wenigsten

In Zeiten der Globalisierung hat der Flugverkehr eine enorme Bedeutung erhalten und wird mittlerweile nicht mehr nur noch von Geschäfts- und Privatleuten sehr häufig genutzt. Auch der Güterverkehr spielt eine bedeutende Rolle in der Luftfahrtbranche . Trotzdem sind die Einnahmen extrem ungleich verteilt: Die Fluggesellschaften verdienen prozentual gesehen am wenigsten und die weniger bekannten globalen Distributionssysteme erhalten prozentual gesehen den größten Anteil der Gewinne. Oftmals werden die Fluggäste als wichtige Einnahmequelle der Fluggesellschaften angesehen, ohne diese die gesamte Luftfahrt nicht funktionieren würde. Interessant ist jedoch, dass in der Luftfahrt zwar sehr viel Kapital umgesetzt wird – die Fluggesellschaften profitieren jedoch fast gar nicht von diesen Einnahmen. Anders gesagt: Fluggesellschaften spielen zwar für das Image der gesamten Luftfahrt eine sehr große Rolle, doch sie verdienen trotz aller Werbekosten nur wenig an ihrem Geschäft. Aus diesem Grund werden staatliche Fluggesellschaften sogar sehr häufig subventioniert. Ohne die Subventionen würden viele staatliche Fluggesellschaften nicht lange weitergeführt werden, da die Gewinne einfach nicht einträglich genug sind. Jetzt stellt sich nur die Frage, welche Akteure denn an der Luftfahrtbranche beteiligt sind und wie die prozentuale Verteilung der jeweiligen Gewinne aussieht. In diesem Bereich gibt es von Akteur zu Akteur sehr große Unterschiede und die Fluggesellschaften stehen an dieser Kapitalertragskette tatsächlich an der letzten Stelle.   Luftfahrtbranche

Die Akteure in der Luftfahrt

Weitere Akteure in der Luftfahrt sind unter anderem die Spediteure, die Dienstleister wie die Caterer, die Luftsicherheit , der Flughafen an sich und auch die Hersteller. Die Kapitalerträge aus der Luftfahrt sind sehr ungleich unter den beteiligten Akteuren aufgeteilt. Die Fluglinien erhalten beispielsweise prozentual gesehen den kleinsten Prozentsatz der erzielten Kapitalerträge, der größte Prozentsatz geht tatsächlich an die globalen Distributionssysteme. Dazwischen liegen viele weitere Akteure, die ebenfalls von der florierenden Luftfahrt profitieren – und die Folgen von tragischen Unglücken genauso wie von verschiedenen Skandalen zu tragen haben. Die prozentuale Verteilung der Akteure:
  • Fluglinien: Mit nur 4 % erhalten die Fluglinien den geringsten Kapitalertrag
  • Flughäfen: Nach den Fluglinien erhalten die Flughäfen mit 6 Prozent ebenfalls einen sehr geringen Kapitalertrag
  • Hersteller: Diese Akteure erhalten im Durchschnitt 7 Prozent der Kapitalerträge.
  • Flugsicherung: Die Flugsicherung erhält 9 Prozent der Erträge.
  • Leasinggeber: Ebenfalls 7 Prozent erhalten die Leasingeber.
  • Dienstleister: Hierzu zählen unter anderem die Catering-Unternehmen, welche die Verpflegung der Fluggäste sicherstellen. Die Dienstleistungsbranche erhält 11 Prozent der Kapitalerträge der Luftfahrt.
  • Spediteure: Mit insgesamt 15 Prozent der Erträge erhalten die Spediteure ein großes Stück vom Kuchen
Globale Distributionssysteme: Ein Fünftel, also 20 % aller Kapitalerträge der Luftfahrt gehen an die Distributionssysteme

Niedrige Einnahmen durch Passagiere

Manchmal erscheint es den Passagieren so, dass sie sehr viel für ein Flugticket bezahlen müssen und so für einen großen Gewinn der Airline sorgen. Mit dem Flugzeug zu fliegen – egal ob Geschäftlich oder Privat – ist aber nicht nur ein Kostenfaktor, sondern bringt auch einen gewissen Status mit sich. Damit eine Fluggesellschaft viele Passagiere zu einer Buchung anregen kann, muss die Fluggesellschaft einen gewissen Status neben passenden Flugpreisen und günstigen Abflugszeiten besitzen. Kleinere oder größere Skandale beeinträchtigen den Status einer Fluglinie erheblich und bringen nicht nur die staatlich subventionierten Gesellschaften in Gefahr. Es stellt sich letztendlich aber die Frage, warum die Gewinne der Fluggesellschaften so gering sind, obwohl ohne die Passagiere die gesamte Branche keine Lebensgrundlage hätte. Ein Faktor sind sicherlich die hohen Kosten die eine Fluggesellschaft hat und die andere beteiligte Akteure nicht in diesem Maß tragen müssen. Ein gutes Beispiel sind Werbungskosten, welche von den Fluglinien allein schon zum Statuserhalt investiert werden müssen. Spediteure und globale Distributionssysteme müssen solche Kosten nicht im Blick haben. Die niedrigen Einnahmen durch die Passagiere beim Fliegen liegen aber auch an dem immer größeren Preiskampf in diesem Bereich, der vielen Fluglinien zum Problem wird. Oftmals können nicht einmal die Personalkosten oder die Kerosinkosten mit einem Flugticket abgedeckt werden. Dieses Problem haben die anderen Akteure ebenfalls nicht und erzielen allein schon durch den Wegfall vieler Kosten prozentual gesehen größere Gewinne als die Fluglinien.

Fazit: Viele Airlines rentieren nicht

Insgesamt gesehen ist die Luftfahrt mit den vielen beteiligten Akteuren, die zuvor vorgestellt wurden, wirtschaftlich von großer Bedeutung. Neben dem erwirtschafteten Kapital sind zahlreiche Arbeitsplätze an die Branche geknüpft und das Fliegen wird auch immer wichtiger, sodass ein Fehlen der Luftfahrt kaum vorstellbar erscheint. Es steht allerdings auch fest, dass die für die Branche immens wichtigen Fluggesellschaften kaum Gewinne erzielen können und weniger als alle anderen Akteure der Luftfahrt erhalten – ein durchaus unerwartetes Ergebnis. Aus diesem Grund wird es wohl auch in näherer Zukunft nicht ohne Subventionierungen der staatlichen Fluggesellschaften funktionieren. Grafik: Statista

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