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Mammutprojekt am Eisenbahnknoten Halle

Der City-Tunnel in Leipzig ist fertig. Nun ist endlich Halle an der Reihe. Das Gleisgewirr um den Hauptbahnhof wird zur größten Bahn-Baustelle Mitteldeutschlands. 520 Millionen Euro soll die Modernisierung des Knotens bis Ende 2017 kosten. Dann wird auch der Umbau von Halles altem Rangierbahnhof zur modernsten und bedeutendsten Zugbildungsanlage Ostdeutschlands beendet sein. Kosten: weitere 147 Millionen Euro. Mit dem Bau des Rangierbahnhofs an der Berliner Brücke wurde bereits vergangenes Jahr begonnen.
Die Deutsche Bahn würde lieber heute als morgen mit dem Mammutprojekt samt Güterbahnhof beginnen. Doch noch fehlt die Genehmigung. Alexander Kaczmarek, der DB-Konzernbevollmächtigte für Sachsen-Anhalt, rechnet mit dem Planfeststellungsbeschluss im April.
Indes geht die Bahn schon vor dem Baubeginn in die Charme- und Öffentlichkeitsoffensive. „Im April wird im Hauptbahnhof ein eigenes Infozentrum eröffnet. Dort informieren wir unter anderem in Animationen und Filmen über den Knotenausbau und die Zugbildungsanlage“, sagt Bahnsprecher Frank Kniestedt. Zudem sollen im Herbst auch Webcams montiert werden, auf denen der Baufortschritt im Internet verfolgt werden kann. Da wird einiges zu sehen sein. Allein im Projekt „Bahnknoten Halle“ werden 50 Kilometer Gleise und 200 Weichen verlegt. Sämtliche Oberleitungen und Stellwerke sowie neun Brücken werden neu gebaut oder saniert. Aber auch die Blinklicht-Übergänge in Peißen oder die beiden alten Eisenbahnbrücken am Rosengarten verschwinden. Zudem müssen sämtliche Bahnsteige im Hauptbahnhof erneuert werden: ab Dezember 2015 zunächst auf der kompletten Ost-, ein Jahr später auf der Westseite.
Halle hat eine sehr lange Bahngeschichte: Die erste Linie Magdeburg–Halle–Leipzig wurde 1840 eröffnet, der Hauptbahnhof 1890 gebaut. Und manche Technik stammt noch aus der Gründerzeit. Die meisten verbliebenen Zeitzeugen weichen indes laut Planfeststellungsantrag dem Neuen. So fallen etwa alle 16 alten Stellwerke. Immerhin sechs davon standen unter Denkmalschutz.
Seit Jahrzehnten hat die Bahn die Infrastruktur in Halle vernachlässigt. Nun wird der Bahnknoten erneuert, der sich über eine Länge von neun Kilometern erstreckt. Wichtiges Ziel der Modernisierung ist neben der südlichen Einbindung in das ICE-Neubaustreckennetz auch der Anschluss im Norden. Dort können die Züge derzeit teilweise nur 40 Stundenkilometer fahren. „Halle profitiert doch am meisten von der ausgebauten ICE-Verbindung“, sagte Bahn-Bevollmächtigter Alexander Kaczmarek vor einiger Zeit. Er wundere sich ein bisschen, dass ihm in der Stadt so wenig Begeisterung über diese Investition begegne. Aber vielleicht komme das ja noch. „Das ist eine große Chance, ein Geschenk, das der Stadt in den Schoß fällt!“

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