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Nestlé Österreich: da half selbst George Clooney nicht

KaffeebohnenWien – Trotz Nespresso und dem unwiderstehlichen Bemühungen George Clooneys kommt Nestle Österreich nicht aus den Roten Zahlen. Der Schweizer Mutterkonzern ließ zwar 2012 einen beträchtlichen Anteil am Nespresso-Geschäft nach Österreich fließen, doch der Verlust im Vorjahr konnte durch die Einnahmen nicht ausgeglichen werden. Die Nespresso Österreich GmbH gehört ebenso zur Nestle Austria Holding wie die Nestle Österreich GmbH, Cereal Partner Austria und die Schöller Lebensmittel GmbH. Christian Putner, Finanzdirektor von Nestle Österreich, sieht die Ursache unter anderem im Rückgang des Exportgeschäftes, das 2012 um 13 Prozent, das entspricht einer Summe von 32,5 Millionen Euro, eingebrochen ist. Bei den Exportprodukten handelt es sich in erster Linie um Gastronomiebedarf. Der Rückgang im kulinarischen Bereich sei seit dem zweiten Halbjahr 2012 deutlich.

Verlust vervierfacht

Im Jahr 2011 zeigten die Geschäftszahlen bei Nestle Österreich kein beruhigendes Schwarz, sondern leuchteten bereits in alarmierendem Rot. Der Verlust lag bei rund einer halben Million Euro, obwohl vom Mutterkonzern für die Nespresso-Beteiligung vier Millionen Euro ausgeschüttet wurden. Die Wirtschaftskrise erreichte 2012 auch die Exportländer für die in Linz hergestellten Produkte. Der Verlust vervierfachte sich in dem Jahr auf 2,5 Millionen Euro. Die Nespresso-Anteile in der Höhe von 8,4 Millionen Euro halfen nicht aus dem roten Bereich. Durch außerplanmäßige Abschreibungen in der Höhe von 1.622.330, 27 Euro in Linz erhöhte sich das Minus beim operativen Ergebnis auf 10,9 Millionen Euro. Durch Preiserhöhungen innerhalb Österreichs konnte der inländische Umsatz um 9 Prozent gesteigert werden. Er betrug somit 129,2 Millionen. Doch der inländische Umsatz, der in erster Linie durch Tiernahrung, portioniertem Kaffee und Schokolade erzielt worden ist, zeigte sich zwar als großer Tropfen, aber auf einem zu heißen Stein. Nestle Österreich setzt nun verstärkt auf die Produktion weniger, aber wichtigerer und erfolgreicherer Produkte.

Mutter im schwarzen Bereich

Das Halbjahresergebnis des Schweizer Mutterkonzern zeigte eine Umsatzsteigerung von 5,3 Prozent auf 36,7 Milliarden Euro, weniger zwar als Analysten mit 45,2 Milliarden Euro prognostizierten, doch im Gegensatz zur selbständigen, österreichischen Tochter immerhin ein Plus. Die Ursache, dass die Erwartungen nicht erfüllt werden konnten, liegt einerseits im asiatischen Konjunkturrückgang sowie andererseits im kalten und verregneten Frühling, durch den etwa der Absatz von Speiseeis rückläufig war. Der im ersten Halbjahr 2013 erwirtschaftete Reingewinn liegt dennoch über vier Milliarden Euro, um 3,7 Prozent höher als im Vergleichszeitraum 2012. Nestle ist der weltweit größte Lebensmittelkonzern und das größte Schweizer Industrieunternehmen. Produziert wird in mehr als 80 Ländern auf 486 Produktionsstätten. Nestle ist Arbeitgeber von rund 330.000 Mitarbeitern.

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