Der rechtspopulistische Rassemblement National (RN) unter der Führung von Marine Le Pen hat bei der ersten Runde der Neuwahlen in Frankreich einen beeindruckenden Sieg errungen. Mit ihrem euroskeptischen und nationalistischen Wahlprogramm konnte die Partei große Teile der französischen Wählerschaft überzeugen und sich als stärkste politische Kraft positionieren.
Für den amtierenden Präsidenten Emmanuel Macron stellt dieses Ergebnis eine schwere Niederlage dar. Macron, der bei den letzten Wahlen noch deutlich vor Le Pen lag, muss nun befürchten, dass der RN nach der Stichwahl an der Regierung beteiligt sein könnte. Dies wäre ein massiver Rückschlag für seine proeuropäische und liberale Politik, die er in den letzten Jahren verfolgt hat.
Um eine Regierungsbeteiligung des rechtskonservativen Rassemblement National zu verhindern, wird Macron in den kommenden Wochen bis zur Stichwahl alles daransetzen, seine Wählerschaft zu mobilisieren und Le Pen im direkten Duell zu besiegen. Doch angesichts des starken Abschneidens des RN in der ersten Runde dürfte dies für den Präsidenten eine enorme Herausforderung werden.
