Start > News > Schulze verlangt von Herstellern Zusage für Hardware-Nachrüstungen

Schulze verlangt von Herstellern Zusage für Hardware-Nachrüstungen

Vor einem Treffen von Verkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) mit Auto-Managern hat Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD) Zugeständnisse der Industrie verlangt. „Die Autohersteller haben heute die Chance, ihrer Verantwortung gerecht zu werden und verlorenes Vertrauen wieder herzustellen“, sagte Schulze der „Rheinischen Post“ (Donnerstagsausgabe). „Sie haben gesamtgesellschaftlich etwas gut zu machen.“

Ohne Millionen Diesel mit hohen Stickoxidwerten und betrügerischer Abgasmanipulation hätte man sich viele Auseinandersetzungen sparen können. „Ich erwarte von den Autobauern daher ein klares Ja zu Hardware-Nachrüstungen für Diesel-Pkw und zur vollständigen Kostenübernahme“, sagte Schulze. Sie seien das wirksamste Mittel, um die Luftbelastung zu senken und die Wertverluste der Diesel aufzufangen. „Technisch sind sie bei Weitem nicht so kompliziert, wie uns das teilweise weiß gemacht werden soll“, so die Umweltministerin.

Kfz-Gewerbe: Förderung der Hardware-Nachrüstung greift zu kurz

Die Zusage deutscher Automobilhersteller, die Hardware-Nachrüstung von Euro 5-Dieselfahrzeugen finanziell unterstützen zu wollen, ist nach Ansicht des Zentralverbands Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK) ein richtiges und längst überfälliges Signal. Allerdings greife sie zu kurz und komme zu spät. Denn offenbar gelte die Zusage erst für die Zeit nach 2020 und nur für herstellerspezifische Angebote sowie nur für Fahrzeughalter von Euro 5-Dieseln in den Intensivstädten, so ein Sprecher. Damit werde die bisher verfolgte Strategie des Aussitzens einer schnell realisierbaren Nachrüstregelung fortgesetzt.

Diese Haltung der Hersteller sei auch deswegen unverständlich, weil nach Schätzungen des ZDK für rund 1,3 Millionen der im Bestand befindlichen Euro 5-Dieselfahrzeuge auf die wesentlichen Hardware-Teile (SCR-Katalysator, AdBlue-Tank, beheizbare Leitung, Pumpe, Filter) aus den Regalen der Fahrzeughersteller zurückgegriffen werden könnte. Diese Teile ließen sich im Baukastenprinzip zu einem SCR-System zusammenstellen und individuell für die Nachrüstung eines Euro 5-Dieselfahrzeugs anbieten.

Eine weitere zeitliche Verzögerung dieser Nachrüstförderung und die Einschränkung auf die Intensivstädte sei den vielen umrüstwilligen Dieselhaltern und auch den Autohändlern, die auf mehreren hunderttausend Euro 5-Dieseln sitzen, kaum mehr zu vermitteln. Der Bundesverkehrsminister sei nun aufgefordert, die angekündigte Nachrüstregelung zeitnah auf den Weg zu bringen und die zügige Erteilung Allgemeiner Betriebserlaubnisse für die bereits erfolgreich in der Erprobung befindlichen Nachrüstsysteme qualifizierter Anbieter wie Baumot und HJS durch das KBA zu veranlassen.

Foto: Svenja Schulze, über dts Nachrichtenagentur

Hier nachlesen ...

„Brot für die Welt“ kritisiert steigende Rüstungsausgaben

Nach Ansicht der Hilfsorganisation „Brot für die Welt“ konterkarieren die steigenden Rüstungsausgaben die internationale Entwicklungshilfepolitik. …

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.