Sportwettenbranche und deren Aktiengesellschaften im Fokus

Sportwettenbranche und deren Aktiengesellschaften im Fokus

Das Sportwettengeschäft boomt, auch wenn in manchen europäischen Ländern, wie beispielsweise in Deutschland, die Rechtslage im Bezug auf Online Glücksspiel- und Sportwetten nicht geklärt ist. Doch das hält die Sportwetten-Fans nicht davon ab, fleißig ihre Wetten online zu platzieren, da die privaten Anbieter von dem europäischen Dienstleistungsrecht Gebrauch machen und mit den entsprechenden EU-Lizenzen, die beispielsweise von der maltesischen Regulierungsbehörde oder derjenigen von Gibraltar ausgestellt werden. Somit floriert das Geschäft der privaten Online Sportwetten-Anbieter und ihr Umsatz steigt jährlich. Das ist zurückzuführen auf das umfassende Wettangebot das sie ihren Kunden bieten sowie den guten Quoten und hervorragenden Auszahlungsschlüsseln, die in der Regel zwischen 94 und 97 % betragen. Durch diesen besagten Auszahlungsschlüssel legt der Bookie klar dar, dass er zwischen 94 und 97 % der getätigten Einsätze seiner Kunden wieder als Gewinn ausschüttet, nach Abzug seiner Marge versteht sich.

Die Lage der Wettanbieter in Deutschland

Sicherlich kann über Sinn und Unsinn von so manchem Gesetzt gestritten werden. Im Bezug auf die Legalität der Online-Sportwetten haben sich die Gemüter in den letzten Jahren doch stark erhitzt, denn es gibt wohl kaum ein Thema, welches so unterschiedliche Meinungen und Stellungnahmen hervorbringt – doch vieles davon ist bereits von der Realität und den tatsächlichen Gegebenheiten längst überholt. Einige der deutschen Politiker schaffen es noch immer, die Illegalität der Online Sportwetten zu propagieren, wobei das völlig überholt ist, denn der Europäische Gerichtshof hat mit seinen Urteilen, die bereits im September 2010 gesprochen wurden, erklärt, dass die tatsächliche Umsetzung des staatlichen Glücksspielmonopols unvereinbar ist mit dem europäischen Recht. Das brachte das staatliche Monopol des Wettanbieters Oddset ins Schwanken bzw. machte diesem das Garaus.

Das bedeutet klar ausgedrückt, jeder darf bedenkenlos die Angebote von einem Online Sportwetten-Anbieter nutzen und hat dabei das europäische Recht auf seiner Seite.

Das staatliche Monopol von Odsett

Die privaten Anbieter unterscheiden sich vorrangig in der Art der Wettangebote. Der Schwerpunkt von Oddset lag stets auf den Kombinations- und Systemwetten sowie den 1-X-2 Wetten. Die privaten Wettanbieter bieten ihren Kunden jedoch eine weitaus größere Auswahl an Wettarten an, wie Handicap, Asian-Handicap und vielen mehr. Dazu sind auch Live-Wetten im Angebot, bei denen bwin, zu den Top-Anbietern zählt. Erst kürzlich gab es zu bwin zudem Gerüchte, dass eine Übernahme in Planung sein könnte.

Der Glücksspielstaatsvertrag

Im Jahr 2012 ist der Glücksspiel-Staatsvertrag in Kraft getreten, der von den einzelnen Bundesländern unterzeichnet wurde. Das bedeutete, dass – zumindest in der Theorie – das 20 Anbieter deutsche Lizenzen erhalten sollten, mit denen sie auf dem deutschen Markt tätig sein dürfen. Mit der Vergabe wollten die Bundesländer sicher stellen, dass nur private Anbieter tätig sind, die „seriös arbeiten und verlässlich“ arbeiten und die sich verpflichten, die Themen Spielsucht und Geldwäsche zu bekämpfen. Das war der Plan – das Problem, heute nach rund 3 Jahren ist noch keine einzige Lizenz vergeben, die Anbieter die keine Lizenz erhalten sollten klagen und durch ein Urteil des Karlsruher Gerichtshofs ist das Vergabeverfahren derzeit auf Eis gelegt. Viele Analysten und Experten sind allerdings der Ansicht, dass eine Besserung der Lage noch nicht erkennbar ist.

Sportwetten-Anbieter für Anleger eine gute Alternative

Nicht nur für die Wettfreunde und Anbieter sind Sportwetten von Interesse. Auch die Anleger blicken mit Spannung auf dieses Thema. Der Aktienkurs vieler Unternehmen in dieser Branche ist seit Jahresbeginn stark gestiegen, was den weiterhin aktiven Bedarf an der Branche widerspiegelt.

Für viele Anleger sind diese Aktien daher deutlich lukrativer als andere Märkte, auch im Hinblick darauf, das dieser Wirtschaftsbereich weiterhin boomen wird. Es sind bereits einige der Sportwetten-Anbieter an den Börsen in Frankfurt und auch in London vertreten und weisen dort positive Ergebnisse auf.

Erst kürzlich wurde bekannt gegeben, dass die Riesen der Branche – Betfair und Paddy Power – gemeinsame Sache machen und fusionieren. Ihr Ziel ist es, nach dem sieben Milliarden Deal zum größten Online-Glücksspiel-Konzern weltweit aufzusteigen. Dabei haben sie es sich ebenfalls vorgenommen, den bisherigen Branchen-König William Hill zu verdrängen, der bislang die Pole Position einnimmt.

Für die Börse bedeutet diese Ankündigung eine enorme Veränderung. Die Aktie von William Hill fiel um einige Prozent und auch für die Konkurrenz sah es nicht besser aus. Hill wiederum hat sich vorgenommen, nach dem Rückzug aus dem deutschen Sportwetten-Markt, erneut in unseren Gefilden zu agieren.

Genau diesen Schritt hatte damals auch Betfair eingeleitet, nachdem am 1. Juli 2012 eine Fünf-Prozent-Wettsteuer eingeführt wurde. Schon knapp ein Jahr später überlegte es sich Betfair anders und kehrte in den deutschen Markt zurück. Nun plant auch William Hill diesen Schritt und kündigte bereits an, für den deutschen Sportwetten-Markt am Lizensierungs-Verfahren teilnehmen zu wollen.

Größte Anbieter für Sportwetten in Europa

Anbieter Herkunftsland online seit aktive Kundschaft
Bet365 England 2001 rund zehn Millionen
Tipico Deutschland 2004 rund fünf Millionen
Interwetten Österreich 1997 rund 1,5 Millionen
Bet3000 Deutschland 2005 rund eine Million
ComeOn SWE/UK 2010 rund 0,5 Millionen
Ladbrokes England 1998 mehr als eine Million
Netbet UK/Malta 2001 nicht bekannt
Mybet Deutschland 2003 rund eine Million
Bet-at-home Österreich 1999 rund drei Millionen
Betsafe England 2006 rund 500.000

Quellen

1 Gedanke zu „Sportwettenbranche und deren Aktiengesellschaften im Fokus“

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