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Swiss Re und Munich Re: Versicherung für Versicherungen

HochwasserBerlin – Munich Re und Swiss Re, die beiden weltweit führenden Rückversicherungsgesellschaften, konnten bereits 2011 und 2012 große Gewinne verzeichnen. Betrug der Konzerngewinn im Jahr 2011 noch 0,71 Milliarden Euro, konnte er im Jahr 2012 auf 3,2 Milliarden Euro anwachsen. Swiss Re steigerte den Gewinn 2012 gegenüber 2011 um 60 Prozent auf rund 3,15 Milliarden Euro. Das Katastrophenjahr 2013 zeigt zwar seine Spuren, doch die Zahlen für das Geschäftsjahr können sich dennoch sehen lassen.

Teure Naturkatastrophen

Die Zahlen des ersten und zweiten Quartals der beiden Rückversicherer zeigen deutlich die Folgen der Naturkatastrophen, doch sorgen müssen sich weder Swiss Re noch Munich Re. Für Swiss Re beliefen sich die Schadenszahlungen auf insgesamt 13 Milliarden US-Dollar, der Betrag entspricht 9,7 Milliarden Euro. Der Wert liegt jedoch unter dem Zehn-Jahres-Durchschnitt. 47 Prozent der Gesamtschäden und 45 Prozent der versicherten Schäden waren auf Überschwemmungen in Europa, Asien, Kanada und Australien zurückzuführen. Allein die Flut in Kanada belastete den Rückversicherer mit 8 Milliarden US-Dollar, das entspricht rund 6 Milliarden Euro. Für Swiss Re zeigt sich 2013 als das zweitteuerste Flutjahr. Die höchsten Zahlungen mussten 2011 nach der Flutkatastrophe in Thailand bezahlt werden, 16 Milliarden Dollar, umgerechnet rund 12 Milliarden Euro. Für die Flut in Deutschland musste Swiss Re rund 4 Milliarden US-Dollar, rund 3 Milliarden Euro, ersetzen. Nicht viel anders verhält sich die Situation bei Munich Re. Die Höhe der Ersatzzahlungen für die Folgen der Katastrophe in Deutschland schlugen sich mit beinahe 4 Milliarden Euro zu Buche.

Gewinn trotz hoher Schadenszahlungen

Konnte Munich Re im Vergleichszeitraum 2012 noch einen Konzerngewinn von 813 Millionen Euro präsentieren, lag er für das zweite Quartal 2013 durch die Flutkatastrophe bedingt bei 543 Millionen Euro. Im ersten Halbjahr, beide Quartale zusammengefasst, wurden insgesamt 1,5 Milliarden Euro Gewinn erwirtschaftet,. Swiss Re treffen nicht nur die Folgen der Katastrophen, sondern dem Rückversicherer kostete auch der Untergang des Kreuzfahrtschiffes Costa Concordia 64 Millionen US-Dollar. Und dennoch, es gibt ausreichend Grund zur Freude.

Der von Analysten prognostizierte Gewinn im zweiten Quartal 2013 von rund 650 Millionen US-Dollar, wurde mit 786 Millionen US-Dollar, umgerechnet rund 589 Millionen Euro, übertroffen. Für den Gewinn mitverantwortlich sind jedoch auch eine Steuerrückzahlung und die Auflösung der Schadensreserven. Beide Rückversicherungsgesellschaften hoffen nun auf einen Herbst ohne Schäden durch neuerliche Fluten oder Hurrikans. Auch Winterstürme in Europa sind gefürchtet. Die Wetterkapriolen hätten in den letzten Jahren zugenommen, heißt es von beiden Gesellschaften. Doch angesichts der Gewinne, müssen sich weder Swiss Re noch Munich Re vor den letzten vier Monaten des Jahres 2013 ernsthaft fürchten.

Foto: © Thaut Images – Fotolia

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