Technische Übersetzungen – am falschen Ort sparen geht ins Geld

Technische Übersetzungen - am falschen Ort sparen geht ins Geld

Wer hat nicht schon einmal eine Bedienungsanleitung aus Fernost in den Händen gehalten, deren deutsche Übersetzung wenig bis gar keinen Sinn ergab? Auch deutsche Unternehmen leisten sich häufig Patzer, wenn Übersetzungen nicht von sattelfesten Muttersprachlern geschrieben werden, sondern von einem Mitarbeiter, der halbwegs akzeptable Kenntnisse in der Zielsprache mitbringt. Für einen professionellen Eindruck ist dies leider nicht genug.

Fremdsprachenkenntnisse weltweit lassen zu wünschen übrig

Da kann die Wirtschaft noch so oft betonen, dass Fremdsprachen heute unverzichtbar sind: In der Praxis tun sich die Menschen weltweit schwer damit. Dies hat teilweise hausgemachte Gründe. In der aufstrebenden Wirtschaftsmacht China beispielsweise sind neben der Hauptsprache Mandarin in der Regel auch Kenntnisse des im Süden des Landes (mit Hong Kong und Shenzhen) gesprochenen Kantonesisch unverzichtbar, so dass viele Chinesen die jeweils andere Sprache als erste Fremdsprache lernen. Für exotische Sprachen wie Englisch bleibt da nur noch wenig Zeit. In anderen Ländern spielt die koloniale Prägung eine wichtige Rolle: In den ehemaligen französischen Kolonien Afrikas ist Französisch heute noch wichtige Verkehrssprache. Ein junger Marokkaner spricht zuhause möglicherweise Berberisch als Muttersprache und lernt zunächst Arabisch. Schon der Sprung zur französischen Sprache und europäischen Schrift ist für ihn eine große Sache.

Im sogenannten Westen sieht es nicht viel besser aus. Der angloamerikanische Raum ruht sich gerne auf den Kenntnissen der Weltsprache Englisch aus, wobei in den USA Spanisch immer mehr auf dem Vormarsch ist. Staaten mit einem hohen lateinamerikanischen Bevölkerungsanteil sind mittlerweile fast vollkommen zweitsprachig, was das Interesse der englischsprachigen Amerikaner an Spanisch erhöht. Deutschland liegt sprachlich im Mittelfeld. In einer Umfrage gaben 63 % der Befragten an, Englisch „einigermaßen gut sprechen und verstehen“ zu können, dahinter folgte Französisch weit abgeschlagen mit 18 % und Holländisch mit 9%. Allerdings bedeutet „einigermaßen gut sprechen“ natürlich noch lange nicht, dass die Person textsichere Übersetzungen erstellen könnte – und schon gar keine anspruchsvollen technischen Übersetzungen.

Professionelle Übersetzer vermitteln zwischen den Welten

Leider sparen Unternehmen auch in Deutschland noch immer häufig bei professionellen Übersetzungen. Sie denken, der Praktikant, der ein Auslandsjahr in New York oder Paris vorweisen kann, wird die Übersetzung der Firmenwebsite oder der neuen Unternehmensbroschüre schon hinkriegen. Das Ergebnis sind schlecht übersetzte Texte, die beim Leser im anderen Land nur wenig Vertrauen wecken und schlimmstenfalls für Belustigung sorgen. Und was beim Lesen einer Unternehmensbroschüre oder eines schlecht übersetzten Online-Shops noch zum Schmunzeln verleitet, kann bei technischen Übersetzungen brandgefährlich werden. Werden hier Maßeinheiten oder Bedienungsanleitungen falsch wiedergegeben, kann es zu schweren Unfällen kommen. Eine schwer oder gar nicht verständliche Bedienungsanleitung führt außerdem dazu, dass das Gerät nicht verwendet wird – und der Käufer auch anderen Interessierten vom Kauf abraten wird. Daher sollten technische Übersetzungen grundsätzlich nur von Profis erstellt werden. Die Kosten für das Übersetzungsbüro werden durch steigende Verkäufe und ein höheres Ansehen bei ausländischen Geschäftspartnern schnell wieder wettgemacht.

Warum Profis für technische Übersetzungen unverzichtbar sind

Die meisten Übersetzer spezialisieren sich im Laufe der Zeit auf eine bestimmte Textart bzw. ein spezielles Fachgebiet: Die einen übersetzen Belletristik-Romane aus der anderen Sprache, die anderen beschäftigten sich bevorzugt mit dem IT-Bereich und die dritten konzentrieren sich auf technische Übersetzungen. In vielen Fällen sind es Seiteneinsteiger, die viele Jahre international in der Industrie gearbeitet haben und entsprechend viel Fachwissen mitbringen. Dies ist bei spezialisierten Übersetzungen unverzichtbar, denn ein Übersetzer, der nicht konkret weiß, was er übersetzt, kann keine wirklich überzeugende Übersetzung erstellen. Dazu fehlt ihm das Feingefühl für die Verwendung der exakt richtigen Fachbegriffe.

Moderne Übersetzungsbüros haben dies längst erkannt und setzen für verschiedene Fachgebiete verschiedene spezialisierte Übersetzer ein. Eine komplizierte Software wird dann von einem IT-Experten übersetzt, die 150-seitige Bedienungsanleitung einer Industrieanlage von einem technischen Übersetzer, der die genauen Bezeichnungen jeder Schraube und jeden Hebels kennt und dem entsprechende Nachschlagewerke zur Verfügung stehen. Ein weiterer Vorteil der Übersetzungsbüros ist der Zugang zu Muttersprachlern. Ein Native Speaker wird fast immer ein besseres Sprachgefühl und Verständnis für die Feinheiten der Sprache mitbringen als ein Fremdsprachler, der die Sprache erst später gelernt hat. Doch welcher mittelständische Betrieb ist schon in der Lage, beispielsweise einen chinesischen Muttersprachler zu finden, der technische Übersetzungen für den Markt in Fernost für sie erstellt oder einen spanischen Muttersprachler, der das neue Computerspiel des eigenen Unternehmens für den riesigen spanischsprachigen Markt übersetzt?

Übersetzungsbüros denken heute vielseitig mit

Die Beauftragung eines Profis bietet viele weitere Vorteile gegenüber einer mühseligen Übersetzung im eigenen Betrieb. Sollen beispielsweise Übersetzungen für Websites und Online-Shops erstellt werden, achtet der Profi gleich auf die Suchmaschinenoptimierung der neuen Texte mit entsprechenden Keywords. Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Lokalisierung: Ein Muttersprachler kennt sein Land und seine Leute und weiß genau, wie er die Texte schreiben muss, um sie der Zielgruppe anzupassen. So werden viele Fettnäpfchen vermieden. Die Mühe lohnt sich: Firmen mit perfekt mehrsprachigen Auftritten werden als weit kompetenter betrachtet und von ausländischen Kunden mehr geschätzt. Auch Sie sollten dazu gehören!

Foto: © istock.com/cybrain

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