Theaterstück von und mit Jessica Stukenberg „Über das Meer“ im Marianum

Theaterstück von und mit Jessica Stukenberg "Über das Meer" im Marianum


„Ich liebe das Meer“, sagt die Frau auf der Bühne zu Beginn – und beschreibt das, was wohl jeder sofort an angenehmen Bilden im Kopf hat: Tief durchatmen, Erholung, Weite, Blick bis zum Horizont, Salz auf den Lippen, Muschelsammeln. Dabei erzeugt sie das Geräusch der Wellen mit zwei Bürsten auf einem Kissen. Die Darstellerin Jessica Stukenberg versteht es, die Zuschauer sofort in den Bann des Meeres zu ziehen. Das Rauschen der Wellen, der Geruch von Salz und Seewasser – all diese Assoziationen werden in den Zuschauern wach.

Das Meer als Sehnsuchtsort

Für viele Menschen ist das Meer ein Sehnsuchtsort, an dem sie Ruhe und Erholung finden können. Die unendliche Weite und die Kraft der Natur üben eine fast magische Anziehungskraft aus. Das Meer bietet einen Rückzugsort vom Alltag, an dem man abschalten und neue Kraft schöpfen kann. Stukenberg gelingt es, diese Sehnsucht nach dem Meer in ihrem Theaterstück eindrucksvoll zu vermitteln.

Die Kehrseite des Meeres

Doch so idyllisch geht es nicht weiter im Ein-Personen-Stück „Über das Meer“, einer Theater-Recherche-Produktion des Freien Theaters Fulda. Den Oberstufen-Schülern des Marianum stehen an diesem Vormittag einige Zumutungen bevor. Denn Stukenberg nimmt die Zuschauer mit auf eine Reise, die auch die Schattenseiten des Meeres beleuchtet.

Flucht über das Meer

Im Zentrum des Stücks steht die Geschichte eines Flüchtlings, der über das Meer nach Europa zu gelangen versucht. Die Darstellerin schlüpft in die Rolle dieses Mannes und schildert seine gefährliche Odyssee über das Mittelmeer. Auf einem wackeligen Schlauchboot, umgeben von Angst und Verzweiflung, kämpft er ums Überleben. Die Zuschauer werden Zeugen der Qualen und Entbehrungen, denen Flüchtlinge auf ihrer Flucht ausgesetzt sind.

Menschenhandel und Ausbeutung

Doch damit nicht genug. Stukenberg zeigt auch, wie Flüchtlinge oft Opfer von Menschenhändlern und Ausbeutern werden. Sie berichtet von Frauen, die zur Prostitution gezwungen werden, und von Männern, die in Sweatshops schuften müssen. Das Meer, das für viele als Sehnsuchtsort gilt, wird hier zum Schauplatz menschlicher Tragödien.

Umweltverschmutzung und Plastikmüll

Aber auch die Auswirkungen des menschlichen Handelns auf die Umwelt thematisiert das Stück. Stukenberg prangert die zunehmende Vermüllung der Meere an. Plastikabfälle, Ölteppiche und andere Schadstoffe bedrohen das empfindliche ökologische Gleichgewicht der Ozeane. Die Darstellerin zeigt, wie die Verschmutzung der Meere das Leben unzähliger Tiere gefährdet und ganze Ökosysteme zerstört.

Emotionale Darbietung

Mit ihrer eindringlichen und emotionalen Darbietung gelingt es Stukenberg, die Zuschauer tief zu berühren. Sie wechselt mühelos zwischen verschiedenen Rollen und Stimmungen, mal flehentlich, mal anklagend, mal verzweifelt. Ihre Körpersprache und Mimik verstärken die Intensität ihrer Darstellung.

Appell an die Zuschauer

Am Ende des Stücks richtet Stukenberg einen eindringlichen Appell an die Zuschauer. Sie fordert sie auf, sich mit den Problemen auseinanderzusetzen und Verantwortung für unseren Planeten zu übernehmen. Jeder Einzelne könne etwas bewirken, indem er sein Konsumverhalten überdenkt und sich für den Schutz der Meere einsetzt.

Nachhaltiger Eindruck

Die Oberstufenschüler des Marianum werden das Theaterstück sicher nicht so schnell vergessen. „Über das Meer“ hat ihnen die Augen dafür geöffnet, dass das Meer nicht nur ein Ort der Erholung und Entspannung ist, sondern auch Schauplatz menschlichen Leids und Umweltzerstörung. Das Stück regt zum Nachdenken an und sensibilisiert die jungen Zuschauer für globale Probleme wie Flucht, Menschenhandel und Umweltverschmutzung.

Jessica Stukenbergs Theaterstück „Über das Meer“ ist weit mehr als nur eine Inszenierung. Es ist ein eindrucksvolles Plädoyer für mehr Mitgefühl, Verantwortungsbewusstsein und Engagement zum Schutz unserer Umwelt. Mit ihrer packenden Darbietung gelingt es der Darstellerin, die Zuschauer tief zu berühren und zum Nachdenken anzuregen. Das Stück ist ein eindrucksvolles Beispiel dafür, wie Theater als Mittel der Aufklärung und Sensibilisierung eingesetzt werden kann.

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