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Universität Hildesheim: biologische Vielfalt erhalten

Jasmin Mantilla-Contreras ist Juniorprofessorin für Ökologie und Umweltbildung. Sie leitet an der Universität Hildesheim zwei Juniorforschergruppen mit mehreren Doktoranden, unter anderem aus Madagaskar. Bereits vor einem Jahr hat sie eine internationale Tagung mit 250 Wissenschaftlern aus 25 Ländern in Hildesheim organisiert. Hier erklärt sie, worum es auf der nun anstehenden Konferenz geht:

„Das Wort ‚Ökologie‘ weckt heute die Aufmerksamkeit einer großen Zahl von Menschen, und das Für und Wider ökologischer Standpunkte wird intensiv in den Medien und der Öffentlichkeit diskutiert. Ökologie ist aber zunächst ein naturwissenschaftliches Forschungsgebiet, das sich unvoreingenommen mit den Wechselwirkungen der Lebewesen untereinander und mit ihrer Umwelt befasst. Die Gesellschaft für Ökologie ist die wissenschaftliche Vereinigung aller Ökologen, die auf dem Gebiet der Umwelt-, Biodiversitäts- und Ökosystemforschung in Deutschland, der Schweiz und Österreichs tätig sind. Sie umfasst darüber hinaus auch viele weitere Wissenschaftler aus Europa und Übersee und ist die drittgrößte wissenschaftliche ökologische Vereinigung der Welt.

Wir befassen uns auf der Tagung mit der Frage, wie sich ökologische Forschung mit Naturschutz besser verknüpfen lässt. Ein Thema, das in Zeiten zunehmender globaler Umweltprobleme und steigendem Verlust der Artenvielfalt immer wichtiger wird. Daher beschäftigen sich die Wissenschaftler beispielsweise damit, wie sich der Klimawandel auf Ökosysteme auswirken wird, wie sich die Artenvielfalt in verschiedenen Ökosystemen erhalten lässt und wie Ökosysteme nachhaltig gemanagt werden können. Somit spiegelt die Tagung auch einen Lehr- und Forschungsschwerpunkt der Universität Hildesheim innerhalb der Naturwissenschaften wieder. Im Masterstudiengang ‚Umwelt, Naturschutz und Nachhaltigkeitsbildung‘ gehen die Studierenden und Lehrenden diesen Fragen nach. Die Arbeitsgruppe ‚Ökologie und Umweltbildung‘ beschäftigt sich unter anderem damit, wie Lebensräume erhalten werden können, den Menschen aber gleichzeitig ermöglicht werden kann die Ökosysteme nachhaltig zu nutzen. Beispielsweise versucht die Forschergruppe in Madagaskar, an einem Seeökosystem im Nordwesten der Insel die einzigartige Flora und Fauna zu erhalten. Gleichzeitig wird versucht, den Menschen vor Ort neue Nutzungsmöglichkeiten aufzuzeigen.

Madagaskar ist ein gutes Beispiel für den zunehmenden Konflikt zwischen Mensch und Natur. Die Insel zählt zu den artenreichsten Gebieten der Erde und weist eine Natur auf die sonst nirgendwo auf der Erde zu finden ist. Gleichzeitig zählt Madagaskar jedoch auch zu einem der ärmsten Länder und ist dadurch besonders vom Rückgang der Biodiversität betroffen. Inzwischen sind dort über 90% der natürlichen Lebensräume zerstört. Wie man den verbleibenden Rest schützen kann und die einzigartige Biodiversität des Landes erhalten kann wird auch Thema eines der geladenen Gastredner der Jahrestagung sein – Jonah Ratsimabazfy zählt zu den engagiertesten Naturschützern des Landes und ist ein weltweit anerkannter Primatologie insbesondere auf dem Gebiet der Lemurenforschung.

Neben dem Erhalt der Biodiversität ist auch die Auswilderung einst verschwundener Tiere ein Thema der Tagung. Daher ist das Maskottchen der Tagung der Luchs, der erfolgreich im Harz wiederangesiedelt werden konnte. Zwei Gastredner, Robert Beschta aus den USA und Frans Vera aus den Niederlanden, berichten von Projekten, in denen es um die Wiederansiedlung des Wolfes im Yellow Stone Nationalpark geht und um die Auswilderung von großen Weidetieren in Oostvaarderplassen. Die Wiederansiedlung und vor allem Akzeptanz einst verschwundener Tierarten ist derzeit auch ein wichtiges Thema in Niedersachsen, da nicht nur der Luchs sondern auch der Wolf wieder zurückgekehrt ist.“

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