Bern – In den Jahren von 2008 bis 2012 haben Schweizer Unternehmen Firmen im Ausland in der Höhe von 88,2 Milliarden Schweizer Franken übernommen, das sind 3,4 Prozent des Bruttoinlandproduktes. Umgekehrt übernahmen ausländische Unternehmen Schweizer Firmen im Wert von 30 Milliarden Schweizer Franken. Werden die Übernahmen der Schweizer Firmen der Wirtschaftskraft gegenübergestellt, zeigt sich die Schweiz als der größte Einkäufer ausländischer Firmen weltweit.
Studie über die 30 größten Volkswirtschaften
Das Beratungsunternehmen untersuchte in Hinblick auf die weltweiten Einkaufstouren die 30 größten Volkswirtschaften. Doch wie erklärt sich die große Kaufwilligkeit von Schweizer Unternehmen? „Aufgrund ihrer geringen Grösse ist es für die Schweiz extrem wichtig, Kontrolle in ausländischen Märkten zu gewinnen», erklärt Thomas D. Meyer, Geschäftsführer von Accenture Schweiz. Als Grund nennt er auch die Leistungsbilanzüberschüsse, die entstehen, weil die Schweiz mehr Güter und Dienste exportiere als einführe. Im Inland gäbe es wenig Anlegemöglichkeiten für die Überschüsse, aus diesem Grund würde im Ausland investiert. Da die Leistungsbilanzüberschüsse zudem den Schweizer Franken stärken, würden Unternehmensübernahmen erleichtert. Neue Firmen im Ausland bedeuten jedoch auch Wachstum für die Schweizer Unternehmen. So erwirtschaften die 26 am stärksten wachsenden Schweizer Unternehmen bereits 17 Prozent ihrer Einnahmen in der Asien-Pazifik-Region.
Richemont, Swatch und Sonova
Die drei Unternehmen konnten seit 2008 eine durchschnittliche jährliche Umsatzsteigerung von 7 bis 11 Prozent verzeichnen. Richemont hat nicht nur in Europa mehrfach Firmen übernommen, sondern auch in North Carolina und Hongkong. Der Schweizer Luxusgüterkonzern, einer der weltweit größten, beschäftigte im Geschäftsjahr 2012/2013 rund 27.500 Mitarbeiter und erzielte einen Umsatz von 10, 15 Milliarden Euro. Die Swatch Gruppe betreibt Tochtergesellschaften auf vier Kontinenten. In Amerika befinden sie sich in Kanada, Brasilien, Mexiko und Panama, in Asien in China, Südkorea, Indien, Japan, Malaysia, Singapur, Thailand und in den Vereinigten Arabischen Emiraten. Des weiteren befindet sich eine Tochtergesellschaft in Australien. 2012 betrug der Umsatz von Swatch 8,14 Milliarden Schweizer Franken. Sonova, spezialisiert auf Hörsysteme, ist in über 90 Ländern vertreten und beschäftigte 2012 über 8.900 Mitarbeiter. Der erwirtschaftete Umsatz von Sonova im Geschäftsjahr 2012/2013 belief sich auf 1,18 Milliarden Euro. Die Unternehmensgruppe setzt sich aus 30 Gesellschaften zusammen. Die Produktionsstätten liegen in der Schweiz, in China, Vietnam und Kalifornien, die Forschungsstätten ebenfalls in der Schweiz, in Kanada und in den USA. „Die Champions profitieren vor allem von einer erfolgreichen Expansion in asiatische Wachstumsmärkte“, heißt es seitens Accenture.
